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Ottmar Miles-Paul zu Gast in Trier

Ottmar Miles-Paul, der Behindertenbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, war am 29. Oktober einer Einladung der Regionalgruppe des Netzwerkes Gleichstellung und Selbstbestimmung nach Trier gefolgt. Wie schon bei den letzten Besuchen in Trier nahm Herr Miles-Paul die Gelegenheit wahr, sich über verschiedene Einrichtungen und Selbsthilfeorganisationen zu informieren.

Haubrich, Miles-Paul und Claudia Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen ist eines der Schwerpunktthemen des Netzwerkes. Darum fand der erste Ortstermin im Industrie- und Dienstleistungscenter (IDC) des Club Aktivs in der Monaiser Straße statt.

Der Landesbehindertenbeauftragte war hier besonders an der Umsetzung des Budgets für Arbeit interessiert und freute sich zu hören, dass seit dem 01. Oktober eine junge Frau im Rahmen dieses Rheinland-Pfalz-Modells einen Arbeitsplatz in der im IDC ansässigen Buchsanierung gefunden hat. Die Vorstellung des ersten beeinträchtigten Schülerpraktikanten im IDC leitete zum Thema integrative Schulbildung über. Zwei engagierte Vertreterinnen der Initiative EINE SCHULE FÜR ALLE stellten ihr Konzept einer integrierten Gesamtschule für Trier vor, die das Recht aller Kinder auf bestmögliche Bildung und Ausbildung fördert und umsetzt. Inklusion von Anfang an, statt Ausgrenzung und Sonderbereiche -- Herr Miles-Paul sagte spontan seine Unterstützung zu.

Danach war der Landesbehindertenbeauftragte zu Gast im Integrationsfachdienst (IFD) des Caritasverbandes und informierte sich über die verschiedenen Beratungs- und Unterstützungsangebote rund um die berufliche Eingliederung von behinderten Menschen. Diese umfassen die Vermittlung in Arbeit, die Begleitung und Beratung am Arbeitsplatz sowie die gezielte Berufsorientierung von FörderschülerInnen im Rahmen eines Modellprojektes. Ermutigend fand Miles-Paul die vom IFD vorgestellten Beispiele zweier junger Männer, die seit September mit Hilfe von Persönlichen Budgetleistungen der Agentur für Arbeit eine individuelle Qualifizierung in regionalen Betrieben absolvieren. Ohne die Unterstützung durch das Projekt des IFD wären sie in die Werkstatt für behinderte Menschen eingegliedert worden. Diese Beispiele machen laut Miles-Paul deutlich, dass das Land RLP sich mit Recht dafür einsetzt, dass die Unterstützung des IFD schon in der Schule ansetzen muss, damit frühzeitig Wege in den allgemeinen Arbeitsmarkt geebnet werden können. Sehr interessiert verfolgte Herr Miles-Paul auch die Ausführungen des Betriebsleiters der Tact GmbH, einem Integrationsunternehmen der Caritas mit Sitz in Ehrang. Tact bietet Arbeitsplätze für behinderte und nichtbehinderte Menschen in den Bereichen Gebäudereinigung, Mediengestaltung sowie Post- und Botendienste und trägt damit ebenfalls dazu bei, die beruflichen Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Handicaps in der Region zu verbessern.

Im Anschluss fand ab 16.00 Uhr das offizielle Netzwerktreffen der Regionalgruppe Trier statt, zu der die aktiven Mitglieder des Netzwerkes dazukamen. Sozialdezernent Georg Bernarding nahm als Vertreter der Stadt Trier am Treffen teil und von der Kreisverwaltung Trier-Saarburg war Herr Gölzer anwesend.

Neben den Themen Arbeit und gemeinsame Bildung und Erziehung setzt sich das Netzwerk auch für bessere Wohnmöglichkeiten für behinderte Menschen in Trier ein. Darum standen Fragen nach barrierefreiem Wohnraum und bezahlbaren Wohnungen für Menschen mit psychischen Behinderungen ebenfalls auf der Tagesordnung. Die TeilnehmerInnen des Netzwerks und Herr Miles-Paul waren sich darüber einig, dass Lösungen innerhalb des bestehenden Wohnungsmarktes gefunden werden müssen, eine Forderung, die auch Bürgermeister Bernarding unterstützte.

Zum Abschluss des Treffens betonte Miles-Paul, dass gerade die regionale Zusammenarbeit von Betroffenen und unterstützenden Institutionen in solchen Netzwerken sehr wichtig sei, um neue Ideen zu entwickeln, regional passende Lösungen zu finden, gute Beispiele zu transportieren und im Dialog zu bleiben.

Wer sich an der Arbeit der Regionalgruppe beteiligen möchte, kann sich bei Frau Christa Schäfer - Tel: 0651-1454645 - melden.



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